MARKTMISSBRAUCHSVERORDNUNG (MMVO / MAR)

 


Insiderinformationen

Legal definiert sind Insiderinformationen in Art. 7 Abs. 1 lit. a) MMVO als nicht öffentlich bekannte präzise Informationen, die direkt oder indirekt einen oder mehrere Emittenten oder ein oder mehrere Finanzinstrumente betreffen und die, wenn sie öffentlich bekannt würden, geeignet wären, den Kurs dieser Finanzinstrumente oder den Kurs damit verbundener derivativer Finanzinstrumente erheblich zu beeinflussen.

Eine Insiderinformation liegt demnach vor, wenn die Kenntnis eines geheimen Umstandes dem Besitzer einen Wissensvorsprung gegenüber den restlichen Marktteilnehmern verschafft. Die intern bekanntgewordenen Tatsachen konnten somit noch keinen Einfluss auf den Kurs des Wertpapiers am Kapitalmarkt nehmen, sodass der Insider sich zu Lasten der übrigen Anlegerschaft bereichern könnte, wenn er die nicht eingepreiste Information zur Wertschöpfung gebraucht. Um Insiderinformationen kann es sich demzufolge nur dann handeln, wenn der Gegenstand der Information konkret genug ist, um den Wert der Aktie zu beeinflussen und eine Kursveränderung aufgrund dieses Umstandes auch zu erwarten ist. Daraus ergibt sich, dass die Tatsache noch nicht eingetreten sein muss. Es genügt bereits, wenn ihr Bevorstehen in der Lage ist, Einfluss auf den Aktienkurs zu nehmen.

Insbesondere bei zeitlich gestreckten Vorgängen ist darauf zu achten, ab wann Insiderinformationen vorliegen. Bei mehrstufigen Entscheidungsprozessen  ist nicht nur das Gesamtgeschehen zu beurteilen, sondern auch die einzelnen Zwischenschritte. Diese können gemäß Art. 7 Abs. 3 MMVO separate Insiderinformationen darstellen. Daher muss auf mehreren Ebenen geprüft werden, ob und wann eine Insiderinformation entsteht. 


Merkmale einer Insiderinformation

Zwischenschritte bei gestreckten Geschehensabläufen